Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten sind in der Regel sexuell übertragbare Krankheiten. Wie der Name bereits sagt handelt es sich dabei also um ansteckende Krankheiten, die durch den sexuellen Kontakt übertragen werden. In diesem Zusammenhang hat wohl jeder schon mal Begriffe wie Syphilis, Tripper, Weicher Schanker und die venerische Lymphknotenentzündung gehört. Diese Krankheiten zum Beispiel sind sogar Meldepflichtig! Das heißt: Der feststellender Arzt muss solche Krankheiten anonym, ohne den Namen des Patienten, melden. Grund dafür ist lediglich die statistische Registrierung. Dadurch ist immer bekannt in welchem Ausmaße die Krankheit sich befindet und verbreitet.

Zu einer Infektion kommt es generell dann, wenn der Erreger, also Bakterien, Viren oder andere Mikroben, einer sexuelle übertragbaren Krankheit in den Körper gelangen. In der Regle geschieht dies durch den Sex. Allerdings ist nicht immer intimer Geschlechtsverkehr nötig um sich zu infizieren. Je nach Krankheit reicht enger Körperkontakt wie zum Beispiel Küssen oder Petting bereits aus. Die Erreger fühlen sich besonders in den Mundschleimhäuten sowie den weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und im Darm wohl. Dort entwickeln Sie sich prächtig und verbreiten sich aus diesen Orten.

Um Geschlechtskrankheiten wirksam vorzubeugen ist es natürlich wichtig zu wissen wann man sich angesteckt hat. Dies zu merken ist allerdings gar nicht so einfach. Sexuell übertragbare Krankheiten beginnen manchmal harmlos oder mit kaum erkennbaren Anzeichen. Auch wenn man sie im Anfangsstadium nicht bemerkt haben diese Krankheiten schwerwiegende Folgen. Schwer zu erkennen ist es auch für Ärzte. Erkrankte können eigentlich eindeutige Symptome oft nicht korrekt deuten. So wird zum Beispiel das brennende Gefühl beim Wasser lassen nicht als Krankheitsinformation wahrgenommen. Zudem schämen sich viele mit anderen Leuten, auch fremden Ärzten über dieses Problem zu sprechen. Jedoch ist es wichtig sich ganz einfach bei jeder Kleinigkeit durchchecken zu lassen. Denn je länger eine sexuell übertragene Krankheit unerkannt bleibt, desto eher verursacht eine Krankheit ernsthafte und teilweise nicht mehr tragbare Schäden wie Kinderlosigkeit, Krebs, Erkrankung der Nervensysteme und Co. Zudem nimmt natürlich die Ansteckungsgefahr weiter zu.

Wichtig ist es also nicht nur zum Arzt zu gehen sondern sofort auch seinen Intimpartner zu informieren. Auch der Partner sollte sich gründlich durchchecken lassen. Dieser gang sollte sofort angetreten werden, wenn eine Vermutung besteht. Sowohl Hautärzte als auch Frauenärzte und Urologen behandeln sexuell übertragbare Krankheiten. Bei den Gesundheitsämtern können Sie sich übrigens kostenlos behandeln lassen. Ihre Partnerin muss in jedem Fall immer mittherapiert werden! In dieser Zeit ist Geschlechtsverkehr tabu, auch mit einer neuen Partnerin. Erst wenn der Arzt Entwarnung gibt, könnt ihr wieder miteinander schlafen. Der Behandlungserfolg muss mehrmals überprüft werden.

Springt ein Patient bei einer schwerwiegenden Geschlechtskrankheit wie zum Beispiel Tripper oder Sysphilis von der laufenden Behandlung ab, dann ist der Arzt verpflichtet, seinen Namen beim Gesundheitsamt anzuzeigen. Nur dadurch kann verhindert werden, dass die Verbreitung dieser Infektionskrankheit außer Kontrolle gerät. Solange man aber bis zur vollständigen Genesung unter der Aufsicht seines Arztes bleibt, geschieht dies nach außen völlig anonym.

Niemand muss im übrigen Angst haben das ungewollte Leute von Erkrankungen erfahren. Alle Ärzte sind zu Schweigepflicht verpflichtet und machen sich strafbar sobald Sie Informationen nach außen geben.

Im Folgenden wollen wir nun einen Überblick über die häufigsten Geschlechtkrankheiten geben.

Trichomoniasis

Trichomoniasis gehört zu dem an weitesten verbreiteten Genitalinfektionen. Ihre Erreger werden nicht ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Unsauberere, feuchte Wäsche (Handtücher, Waschlappen), infizierte Toiletten und gemeinsam benutztes Badewasser können auch zur Ansteckung führen.

Krankheitsanzeigen bei Männern

Brennen beim Wasserlassen, weil die Trichomonaden die Harnröhre besetzen. Of spüren Männer auch überhaupt nichts und eine Infektion wird erst über die Partnerin in Erfahrung gebracht. Trotzdem muss die genaue Behandlung erfolgen um eine komplette Heilung zu erzielen.

Krankheitsanzeichen bei Frauen

Juckreiz, weißlich-gelblicher, schaumartiger Ausfluss, Rötungen und Schwellungen im Bereich des Scheideneingangs und der Scharmlippen.

Behandlung bei Männern

Mit Metronidazoltabletten. Wichtig ist das der Penis immer sorgfältig gewaschen wird. Besondern unter der Vorhaut, da sich dort schnell ein bakterienhaltiger Belag (Smegma) bildet.

Behandlung bei Frauen

Mit Vaginaltabletten oder –zäpfchen.

Pilzinfektion

Pilzinfektionen sind in ihren Anzeichen der Trichomoniasis nicht unähnlich. Sie kommen sehr häufig vor, und meistens sind Frauen davon betroffen. Bei den Pilzerkrankungen im Geschlechtsbereich handelt es sich überwiegend um Hefepilze. Sie haben nichts mit den essbaren Pilzen zu tun und sind nur unter dem Mikroskop zu erkennen.

Der Erreger heißt „Candida“, weshalb der Arzt auch von einer Candida-Infektion spricht. Er kommt im gesunden Körper im Darm vor und vermehrt sich unter bestimmten Bedingungen wie allgemeine Abwährkräfte, Diabetes, Behandlung mit Cortison oder Antibiotika oder nach Durchfällen durch Schmierinfektion vom Darm aus so, dass er Krankheitserscheinungen hervorruft. Auch die Hormone der Pille regen das Wachstum des Hefepilzes an. Ansteckungsgefahr besteht nicht nur beim Geschlechtsverkehr, sondern auch in Toiletten, Saunen und Schwimmbädern.

Krankheitsanzeigen bei Männern

Viel milder und geringer als bei Mädchen. Eventuell leicht gerötete Haut auf der Eichel, ein bisschen Brennen beim Wasserlassen und auf der Penishaut. Oft treten gar keine Beschwerden auf.

Krankheitsanzeichen bei Frauen

Unangenehm riechender, bröckliger Ausfluss, starker Juckreiz, trockene und sehr gerötete Scheide, Brennen beim Wasserlassen.

Behandlung bei Männern

Sie müssen mitbehandelt werden, um ihre Partnerin nicht immer wieder aufs Neue anzustecken. Der Penis muss lediglich mit pilztötender Creme eingeschmiert werden.

Behandlung bei Frauen

Neuerdings mit einer einmaligen oralen Dosis eine Anti-Mykotikums. Auch mit Anti-Pilz-Salben und Vaginalzäpfchen.

Chlamydien

Chlamydien sind bakterienähnliche Kleinstlebewesen, die sich in den letzen Jahren immer mehr ausgebreitet haben. Sie befallen meist nicht nur die Scheide, sondern auch die Blase. Anstecken kann man sich sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch auf Toiletten und in Schwimmbädern. In der Regel sind Frauen und Männer gleichzeitig infiziert, empfinden aber gleich nach der Infektion mit Chlamydien keinerlei Beschwerden. Diese treten meist erst Tage oder Wochen später auf.

Krankheitsanzeigen bei Männern und Frauen

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang, heller Ausfluss (auch bei Männern), möglicherweise Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Behandlung bei Männern und Frauen

Grundsätzlich mit Antibiotika.

Folgen bei Männern, wenn nicht Behandelt wird

Nebenhodenentzündungen, eventuell auch Prostata-Entzündungen.

Folgen bei Frauen, wenn nicht Behandelt wird

Eileiterentzündungen und Blutungsstörungen bis hin zur Unfruchtbarkeit. Bei Schwangeren kann eine Chlamydien-Infektion sogar zur Frühgeburt führen. Der Erreger kann auf das Neugeborene übertragen werden und eine Augen- oder Lungenentzündung hervorrufen.

Der Typ 1 von Herpes ist ein Leiden, das viele Menschen, Männer wie Frauen, als Lippenbläschen kennen. Bevor sie sichtbar werden, spürt man ein leichtes, unangenehmes Kribbeln unter der Hautoberfläche, oft verbunden mit Juckreiz. Nach etwa ein bis zwei Tagen wird die Stelle, an der es juckt, rot, und eine winzige Erhebung, die wenig später druck- und berührungsempfindlich wird, taucht auf und tut weh. Wieder zwei Tage später kann man weißliche Bläschen erkennen, die bald aufplatzen und ein klares Sekret freisetzen. Danach wird aus der befallenen Stelle eine offene unblutige Wunde. Nach zwei Tagen ist sie verschwunden. Doch sofort können sich an anderer Stelle, zum Beispiel wieder auf den Lippen, aber auch irgendwo im Gesicht, rund um den Mund und am Zungenrand, neue Bläschen bilden, die genauso aussehen.

Offene Herpesbläschen sine eine akute Infektionsquelle! Deshalb sind bis zu ihrer vollständigen Abheilung Mund- und Hautkontakte, also jede Art von Küssen, strengstens verboten. Auch der gemeines Gebrauch von Gläsern und Besteck ist währen dieser Zeit unbedingt zu vermeiden.

Der Typ 2 von Herpes befällt fast ausschließlich die Geschlechtsorgane und kann sich bis zu kleinen schmerzhaften Geschwüren entwickeln. Man spricht auch von Herpes genitalis. Die Anzeichen dafür sind ganz ähnlich wie die für Lippenbläschen. Der Heilprozess kann sich über Wochen hinziehen, das Ausmaß der Schmerzen ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Herpes genitalis im Intimbereich tritt vor allem in Stresssituationen auf und dann, wenn das Abwehrsystem durch andere Ereignisse oder Erkrankungen schon geschwächt ist. Wenn die Abwehr es zum Beispiel schafft, eine Erkältung zu verhindern, ist es gut möglich, dass stattdessen Herpes ausbricht.

Herpesviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei müssen die offenen Bläschen, die die Viren freisetzen, nicht immer deutlich zu sehen sein. Bei Männern treten die Bläschen an der Eichel auf, am Penis oder am After. Bei Frauen können sie innerhalb der Scheide am Muttermund liegen und verursachen dort kaum oder gar keine Beschwerden. Erst wenn sie sich auf der Haut bilden und aufplatzen, zum Beispiel auf den Schamlippen, am Scheideneingang oder am After, spürt sie sie deutlich und schmerzhaft. Wenn eine akute Herpes besteht sollte beim Sex unbedingt ein Kondom benutzt werden oder das miteinander schlafen komplett unterlassen werden. Die offenen Bläschen sind in hohem Maße ansteckend.

Inzwischen gibt es eine sehr stark wirksame Salbe ( Zovirax) mit der Substanz Aciclovir, die die Herpesviren direkt bekämpft. Man sollte sie aber nicht sofort bei jeder Kleinigkeit oder beim geringsten Anzeichen einsetzen. Die Viren können durch den zu häufigen Gebrauch resistenz gegen den Wirkstoff werden, der dann keinerlei Wirkung mehr zeigt.

Wer das Herpesvirus einmal in sich trägt, muss immer damit rechnen, dass es wieder ausbricht. Bis heute ist nicht eindeutig erforscht, weshalb das so ist.

Filzläuse

Filzläuse leben fast ausschließlich in den Scharmhaaren von Männern und Frauen, nur in seltenen Fällen auf Körper- oder Kopfhaaren. Diese winzigen, flachen Tiere kann man mit bloßem Auge erkennen. Die Läuse befestigen ihre Eier an den menschlichen Haaren, ihre Stiche führen zu unangenehm juckenden Hautreizungen.

Meistens werden sie durch intime Kontakte übertragen, aber auch durch infizierte Bettwäsche, Bettlaken und Handtücher. Aus diesem Grund muss währen der Behandlung extrem auf Sauberkeit geachtet werden. Bereits getragene Wäsche muss auch jeden Fall ausgekocht werden. Filzläuse sind für Hartnäckigkeit berühmt.

Tripper/Gonorrhöe

Tripper oder Gonorrhöe ist die häufigste Geschlechtskrankheit. Gerade unter Jugendlichen ist sie sehr verbreitet. Ihre Erreger sind die Gonokokken, eine Bakterienart. Außerhalb des menschlichen Körpers überleben sie nur kurz. Sie werden ausschließlich durch intime Kontakte übertragen. Etwa ein bis zehn Tage nach der Infektion kommt es zu den ersten Krankheitsanzeichen.

Krankheitsanzeigen bei Männern

Eitriger Ausfluss aus der Harnröhre, Schmerzen beim Wasserlassen. Männer spüren Trippersymptome früher als Frauen.

Krankheitsanzeichen bei Frauen

Grünlich-gelblicher Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, leichte Entzündung am Scheideneingang. Der Beginn der Erkrankung verläuft bei ungefähr der Hälfte aller Frauen allerdings ganz ohne Symptome.

Behandlung bei Männern und Frauen

Mit Antibiotika, die zuverlässig eingenommen werden müssen. Bei Früherkennung des Trippers ist die Behandlung problemlos und innerhalb weniger Tage erledigt.

Kondome benutzen! Auch chemische Verhütungsmittel wie Schaumzäpfchen killen Bakterien und Viren.

Skyphilis wird auch Lues oder Harter Schanker genannt und ist die wohl hinterhältigste Geschlechtskrankheit. Zum Glück kommt sie heute nur noch sehr selten vor. Sie wird fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen oder Blut.

Eine Syphilisinfektion verläuft in drei Stadien. Im ersten, etwa drei Wochen nach der Infektion, entwickelt sich an der Eintrittsstelle des Erregers im Genitalbereich ein schmerzloses, verhärtetes Geschwür. Wird diesem Symptom keine Aufmerksamkeit geschenkt, heilt dieses hochgradig ansteckende Ding wieder ab. Ein weiteres Anzeichen für eine Infektion im Frühstadium ist eine meist ebenfalls schmerzlose Schwellung der Lymphdrüsen nahe der Infektionsstelle.

Findet keine Behandlung statt, bleiben die Erreger im Körper, gelangen in die Blutbahn und breiten sich im ganzen Organismus aus. In diesem zweiten Stadium nach etwa neu Wochen kommt es zu einem fleckenförmigen Ausschlag, der wiederum keine Schmerzen bereitet. Es können aber genauso gut Fieberanfälle, Haarausfall und Schlaflosigkeit auftreten. Alle diese Symptome können durchaus wieder von selbst ohne irgendeine Behandlung abklingen.

Das dritte Stadium der Erkrankung kann sich bis zu 20 Jahren hinziehen. Es führt zu Veränderungen an Haut, inneren Organe, Knochen, Gehirn und Rückenmark. Die Folgen können Blindheit, Lähmungen, Gehirnschädigungen und sogar Tod sein.

Syphilis kann heute durch eine gezielte Therapie mit Penicillin, die allerdings so früh wie möglich beginnen muss, gut und erfolgreich behandelt werden. Je eher eine Syphilisinfektion erkannt wird, desto weniger Schaden kann sie ausrichten. Deshalb wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Nun haben Sie die wichtigsten und häufigsten Geschlechtskrankheiten kennen gelernt. Wichtig ist es sich davor effektiv zu schützen.

Wenn Sie beim Intimverkehr ein Kondom benutzen, verringert sich das Risiko der hier beschriebenen sexuell übertragbaren Krankheiten enorm. Aber auch Spermizide (chemische Verhütungsmittel) dämmen die Gefahr einer Ansteckung ein.

Am besten ist es natürlich, wenn man sich sicher sein kann, dass der jeweilige Sexualpartner nicht infiziert ist. Gerade wenn man einen neuen Partner oder eine neue Partnerin kennen lernt, sollte man keinesfalls auf den Schutz beim Intimverkehr verzichten.

Schließlich sollten wir uns noch mit einer anderen, außerordentlich gefährlichen und verbreiteten Krankheit beschäftigen. Sie ist zwar keine direkte Geschlechtskrankheit aber wird so gut wie immer auf dem sexuellen Weg übertragen. Es handelt sich um Aids, das aus dem HI-Virus entstehen kann.

Als Hauptursache für Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrom) wird die Infektion mit dem HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) angesehen.

HIV kann übertragen werden, wenn Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalflüssigkeit von infizierten Menschen in die Blutbahn eines anderen gelangen. Sex ohne Kondom ist daher der häufigste Infektionsweg. Durch Vaginal- oder Oralverkehr kann das Virus in die Blutbahn einer Frau kommen, zum Beispiel wenn kleine oft nicht spürbare Verletzungen der Vagina oder eine Reizung der Gebärmutter (zum Beispiel durch die Spirale) vorliegen. Die Abwehrzellen in der Scheidenhaut können das Virus sogar ins Blut transportieren, ohne dass die Scheidung Verletzungen haben muss.

Ein Mann ist über seinen mit fester Haut geschützten Penis längst nicht so stark gefährdet. Weil außerdem bei einer Infektion die Zahl der freien Viren oder der von Viren befallenen Abwehrzellen im Samen sehr viel höher ist als in der Scheidenflüssigkeit, stecken viel häufiger Männer Frauen an als umgekehrt. Eine besondere Risikogruppe sind junge Mädchen, denn ihre Scheidenwände sind noch durchlässiger als bei älteren Frauen. Forscher haben festgestellt, dass Mädchen besonders leicht angesteckt werden können, wenn sie von einem infizierten Mann entjungfert werden und dabei bluten. Infizierte schwangere Frauen können während der Geburt und beim Stillen ihr Baby anstecken.

Während der Periode ist das Infektionsrisiko sowohl für Frauen als auch für den Mann erhöht. Besondern gefährdet sind Paare, die ungeschützt (ohne Kondom) Analverkehr haben, da die Darmschleimhaut äußerst empfindlich ist. Bereits vorhandene Geschlechtskrankheiten oder Verletzungen erleichtern die Ansteckung noch. Da Analverkehr besonders häufig von Homosexuellen praktiziert wird, ist das ihre größte Gefahrenquelle. Vor allem dann, wenn sie aggressive Sexspiele bevorzugen. Egal ob nun mit einem anderen Mann oder einer Frau verkehr besteht: Um einer HIV-Infektion zu entgehen, tun Sie es niemals ohne Kondom!

Aids nimmt unter den sexuell übertragbaren Krankheiten eine Sonderstellung ein. Es bringt die körpereigene Abwehr zum Erliegen, sodass keine Krankheitserreger, zum Beispiel die eines grippalen Infekts, mehr abgetötet werden können. Aus diesem Grund kann eine Erkältung, mit der ein gesunder Körper spielend fertig wird, für Aidspatienten tödlich sein.

HIV wurde zwar auch in Schweiß, Urin, Speichel und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch in einer so geringen Menge, dass diese für eine Ansteckung nicht ausreicht. Weltweit ist kein einziger Fall bekannt, bei dem eine Infektion über Körperflüssigkeiten erfolgt wäre. Dass das Virus durch Küssen übertragen werden kann, ist ebenso unwahrscheinlich, aber nicht hundertprozentig geklärt.

Aids verläuft übrigens in vier Stadien. Das letzte ist der Tod. Bisher gibt es keine Impfung gegen Aids und auch keine Medikamente die den Ausbruch verhindern oder die Krankheit heilen. Lediglich Tabletten zur Minderung der Symptome mit sehr starken Nebenwirkungen sind auf dem Markt.

Eine Infektion mit dem HI-Virus heißt nicht gleich das man Aids hat. Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube der uninformierten. Mit HIV kann man sich infizieren. HIV ist das Virus. Aids ist die Krankheit. Bis Aids ausbricht können Jahre und Jahrzehnte vergehen. In einigen Fällen ist eine andere Todesursache (zum Beispiel der natürliche Alterstod) schneller eingetreten als die Krankheit ausgebrochen.

Auch wenn die Ausbruchszeit lange dauern kann, schützen muss man sich in jedem Fall. Den sterben tut man schließlich an den verschiedensten Sachen. Wie schon erfahren schwächt Aids das Immunsystem enorm, so dass jede noch so kleine Krankheit den Tod bedeutet. Am besten ist die umfassende Schutzmaßnahme des Safer Sex. Hier die wichtigsten Punkte dazu, Praktizieren Sie diese und schon schützen Sie sich mit Hilfe von Safer Sex:

  • Wenn Sie grundsätzlich Kondome beim Geschlechtsverkehr benutzen, sind Sie nicht nur vor Aids und anderen sexuell Übertragbaren Krankheiten geschützt, sondern können damit zusätzlich noch verhüten. Das Kondom ist ein echtes Multifunktionsgerät beim Sex und ganz einfach ein MUSS!
  • Wenn Sie „sichere“ Sexualpraktiken pflegen, wie zum Beispiel gemeinsam oder allein erlebte Selbstbefriedigung.
  • Wenn Sie sich nicht mit dem Mund (oral) befriedigen. HIV kann nämlich über Zahlfleischverletzungen in den Blutkreislauf gelangen. Wollt ihr darauf nicht verzichten, solltet ihr ein Kondom benutzen.
  • Beim Analverkehr unbedingt auf reißfeste, stabile Markenkondome achten!

Schließlich zum Thema Aids noch ein paar erschreckende Zahlen, die vielleicht auch den letzten Zweifler zum größtmöglichen Schutz überzeugen:

Weltweit 42 Millionen Infizierte, drei Millionen infizierte Kinder unter 15 Jahren, 90 % der Infizierten leben in Entwicklungsländern, täglich über 14 Tausend Neuinfizierungen, 50 Millionen Tote, täglich 10 Tausend weitere Tote, 13,4 Millionen Kinder die ein oder sogar beide Elternteile verloren haben!

Aids ist der Tod!