SCHWANGERSCHAFT

Jedes Kind weis das eine Schwangerschaft neun Monate dauert und später ein Kind das Resultat dieser Zeit ist. Der Geschlechtsverkehr als Sinn der Fortpflanzung wird schon lange nicht mehr so von den neuen Generationen gesehen. Spaß macht es, geil ist es und das reicht. Die Zeiten sind vorbei als Mann und Frau nur miteinander schliefen und den Nachwuchs zu zeugen. Weiter nicht schlimm den Sex jetzt auch als reines Instrument der Sinnlichkeit und Verbundenheit zu sehen. Doch junge Menschen vergessen, so scheint es zumindest, dass wenn es zum Orgasmus kommt die Eizelle befruchtet wird und die Schwangerschaft beginnt. Immer mehr junge Frauen werden deshalb in ihrem eigenen Pubertätsalter schwanger und müssen sich mit der Verantwortung herumplagen ein Kind zu haben. Entweder die schöne Zeit ist nun vorbei, dass heißt Kino, Disco und Freunde sind gestorben, den der neue Lebensinhalt ist das Kind, um das sich rund um die Uhr gesorgt werden muss oder die schöne Zeit geht weiter und das Kind ist ein lästiges Anhängsel, dass an Mutter oder Großmutter weitergegeben wird und die doch so nötige Mutterliebe nie bekommen wird.

Dabei ist in Wirklichkeit doch alles so einfach. Der Mann zieht sich ein Kondom über den Penis oder (noch besser und) die Frau nimmt die Pille – für die Verhütung wäre damit gesorgt. Zusätzlich bietet sich bei der Verwendung des Kondoms natürlich noch ein kleiner Nebeneffekt, der keineswegs außer acht gelassen werden sollte: der Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Bei dieser einfachen Lösung stellt sich doch gleich die Frage, wieso der einfache Schutz nicht befolgt wird. Der Aufwand ist doch im Vergleich zu einem Kind lächerlich. Ist es vielleicht Absicht? Sind wirklich Kinder in jungen Jahren gewollt? Eher nicht. Es liegt wohl mehr an der reinen Faulheit und am mitschwimmen im Trendfluss. „Sex ohne Gummi“ so heißt der neue Trend, der ursprünglich aus der Szene der Homosexuellen kommt und jetzt auch von der Heterosexuellen Jugend gerne praktiziert wird. Das One-Night-Stand ohne große Vorbereitungen und mit dem 100%igen Gefühl ist gefragt. Nichts soll zwischen dem Glied und der Scheide stehen. Und auch die Frau ist zu bequem um die Pille regelmäßig einzunehmen oder andere Verhütungsmethoden zu wählen.

Warum geraten wir immer wieder in solche Situationen? Warum wird solchen Trends immer wieder nachgeeifert? Fakt ist, dass die geringe Aufklärungsarbeit die geleistet wird sicherlich zu wenig ist. Mit engen Budgets und strengen Vorgaben gehen Kampagnen zur Schwangerschaftsaufklärung immer wieder am eigentlichen Thema und damit an der Jugend vorbei. Kaum eine Schule, in der das Thema der Aufklärung von Lehrpersonen korrekt und vor allem Ausführlich besprochen wird. Und wenn dann nur in übelster Theorie, die das Gegenteil bewirkt. Langweilige Vorträge von alteingesessenen Paukern, die die zwei im Lehrplan vorgeschriebenen Stunden mit Blümchen und Bienen schweißgebadet vor Ihrer eigenen Scharm möglichst schnell herumbekommen wollen.

Die Aufklärung muss einfach Ausführlicher und praktischer gestaltet werden. Natürlich heißt das nicht, dass andere wichtige Themen des Unterrichtes dafür einbüssen müssen oder dass Beispielpersonen den perfekten Geschlechtsverkehr vormachen sollen. Es sollte einfach mehr geübt werden. So ist es leider immer noch die Seltenheit, dass das fachgerechte überziehen eines Kondoms im Unterricht an Holzpenissen beigebracht wird. Und kaum eine Lehreinheit geht wirklich auf alle gängigen Verhütungsmethoden ein. Dabei sollten aktive Personen im Sex die für sie am besten geeignete Methode in Erfahrung bringen. Näher an der Jugend ist das relevante Stichwort.

Ein weiterer Punkt der möglichst schnell geändert werden muss ist die teilweise noch immer vorhandene Trennung der Geschlechter beim Sexualunterricht. Eine solche Trennung ist der reinste Unsinn. Der Verkehr wird schließlich zusammen, ineinander vollzogen. Schon bei der Aufklärung müssen sich daher beide Geschlechter miteinander auseinander setzen. Zusammen lernt es sich einfacher und der richtige Umgang wird zum Kinderspiel. Den Fehler dieser strikten Auseinanderhaltung machen vor allem auch spezielle Bildungseinrichtungen sozialer Art, die gerne für Ausflüge mit bildendem Charakter von Schulen genutzt werden und über einen längeren Zeitraum gehen. Hier ist die veraltete Methodentrennung sogar noch verbreitet als im standardisierten Schulunterricht.

Natürlich kann der Aufklärungsauftrag nicht nur an Schule und Co. gehen. Wichtig sind die Eltern, die die überwiegende Zeit mit den Kindern zusammen sind und früher oder später zum eingehenden Gespräch laden müssen. Das Scharmgefühl ist allerdings bei vielen Erziehungsberechtigten groß. Nicht gerne sprechen Sie mit ihren doch noch so kleinen Kindern, wie Sie immer denken, über Sexualität. Zu intime Fragen könnten aufkommen. Oft überwiegt auch einfach die Angst nicht den Wissensdurst der Kinder zu stillen. Was ist wenn Fragen nicht beantwortet werden können?

Ein großer Teil der Eltern, vor allem die des älteren Semesters sind wirklich selber nicht auf dem neusten Stand. Früher nie Aufgeklärt wissen Sie nicht wie Sie mit diesem Thema umgehen können und schämen sich. Beratende Kurse oder simpele Tipps könnten dem bereits Abhilfe schaffen. In Zusammenarbeit mit der Schule wäre es sowie nicht nur beim Thema Sex ratsam regelmäßig einen speziellen Elternabend einzurichten wo besprochen wird, wie Eltern in der Freizeit die Arbeit der Pädagogen weiterführen und unterstützen können. Viele unangenehme Situationen würden dann mit Sicherheit einfacher werden.

Die Aufklärung der Eltern bleibt nicht nur aus eigener Unwissenheit auf der Strecke sondern oft auch einfach deswegen, weil die Kinder schon alles über Sexualität wissen und nicht selten sogar um einiges mehr als ihre Eltern. „Mama, Papa das weis ich doch schön längst. Ich bin doch schon aufgeklärt.“ kommt oft als Antwort auf den Beginn der Bienengeschichte. Für die immer frühzeitigere Aufklärung sorgen vor allem die Medien. Nie zuvor wurde mit nackten Tatsachen so offen umgegangen wie heute. Pornofilme laufen ab 22:00 Uhr zugänglich für jeden. Die Bild Zeitung hat jeden Tag zwei andere nackte Brüste auf der Titelseite – und das als Tageszeitung! Und wer einen Film egal aus welchem Bereich sehen möchte muss seinen Kindern im Kindergartenalter regelmäßig die Augen zuhalten. Soweit die reinen Tatsachen, für den Rest sorgt Dr. Sommer in der Fachlektüre Bravo.

Um die Aufklärung zu optimieren müsste ganz einfach einiges verändert werden. Eltern müssten heutzutage mit der Aufklärung früher beginnen, bevor die Kinder sich Ihr Wissen über Hardcorestreifen und den Vergleich mit Freunden erringen. Danach müsste die Schule mit einem ausgereifteren Aufklärungsprogramm kommen, das mehr Zeit vor allem für Praxis mitbringt und sich auf wesentliche Bestandteile konzentriert. Keinem Kind nützt es zu wissen wie die einzelnen Wege der Spermien sind und der Innenbau genaustens Aussieht bevor es nicht weis, wie verhütet wird und was Sex eigentlich bedeutet und welche Gefahren dahinter stecken. Schließlich ist es wichtig die Medien genauer zu kontrollieren und in ihnen freie Aufklärungsorganisationen gegen fröhliche Sexfilmchen zu ersetzen.