Verhütungsmethoden Teil 2

Chemische Verhütungsmittel

Es gibt viele Bekannte Verhütungsmittel. Unbekannter sind die chemischen verhütungsmittel. In Deutschland sind sie als Salben, Cremes, Gels, Schaumsprays, Zäpfchen oder Schaumzäpfchen erhältlich. Chemische Verhütungsmittel müssen mindestens zehn Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden - und zwar möglichst nah an den Muttermund. Erst dort entfalten sie die verhütende Wirkung, die übrigens nur für einen Samenerguss anhält.

Chemische Verhütungsmittel sind nicht als alleinige Verhütungsmethode empfehlenswert. Der Pearl-Index schwankt zwischen 3 und 21 - je nach Präparat. Der Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhüten, ungewollt schwanger werden. Zum Vergleich: Die Pille besitzt einen Pearl-Index zwischen 0,1 bis 0,9 - ist also wesentlich sicherer.

Der Pro-Familia-Bundesverband empfiehlt, chemische Verhütungsmittel mit Kondom oder Pessar zu kombinieren. Auch das Lea class=SpellE>Contraceptivum oder der Verhütungsschwamm werden mit chemischen Verhütungsmitteln angewendet. In den meisten Fällen eignen sich nur wasserlösliche, chemische Verhütungsmittel. Präparate auf Öl- oder Fettbasis können die Gummiwand angreifen und sie für Spermien durchgängig machen. Beachten Sie deshalb die Packungsbeilage.

Die meist wachs- oder gelartigen Substanzen schmelzen durch die Körperwärme und verwandeln sich in der Scheide in einen zähen Schleim oder Schaum. Dieser wirkt als Barriere für Spermien. Zudem enthalten chemische Verhütungsmittel eine oder mehrere der folgenden Substanzen:

  • Spermizide (zum Beispiel Nonoxynol-9): Diese Substanzen töten Spermien ab.
  • Säuren (zum Beispiel Milchsäure, Zitronensäure): Sie hemmen die Beweglichkeit der Spermien

Beachten Sie, dass die samenabtötenden Wirkstoffe immer nur für einen Samenerguss ausreichen.

Die eingesetzten Chemikalien können diverse Nebenwirkungen entfalten. Manche Frauen spüren ein Wärmegefühl und ein unangenehmes Brennen, ausgelöst durch eine Schleimhautreizung. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen. Wer für Scheideninfektionen anfällig ist, sollte gänzlich auf chemische Verhütungsmittel verzichten.

Die eingesetzten Chemikalien reizen häufig die Schleimhäute und erhöhen damit die Infektionsgefahr. Eine Studie der Vereinigte Nationen (UN) ergab, dass sich Frauen, die chemische Verhütungsmittel mit dem Wirkstoff Nonoxynol-9 benutzen, deutlich häufiger mit dem HI-Virus infiziert haben. Vermutlich kann das HI-Virus über die gereizten Schleimhäute leichter in den Körper eindringen.

Ganz wichtig ist zu wissen, das chemische Verhütungsmittel in keinster Weise gegen Aids oder Geschlechtskrankheiten schützen!

Knaus-Ogino-Methode

Nach den beiden Ärzten Hermann Knaus und Kyusaku Ogino auch Knaus Ogino Methode genannt. Durch Beobachtung und Aufzeichnung in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr berechnen die Frauen ihren voraussichtlichen Eisprung. Sie führen einen Menstruationskalender, in dem die Zyklustage aufgezeichnet werden. Als ein Zyklus wird dabei der Zeitraum vom ersten Tag einer Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Blutung bezeichnet.

Man stellt aufgrund des Menstruationskalenders den kürzesten und längsten Zyklus fest.
Kürzester Zyklus: 26 Tage minus 17 = 9
Längster Zyklus: 34 Tage minus 13 = 21
Daraus ergibt sich eine fruchtbare Zeit vom 9. bis zum 21. Zyklustag.

Die Sicherheit liegt im Pearl-Index bei 15 – 38. Von Vorteil ist, dass die Kalandermethode kann aber zur Errechnung des optimalen Empfängniszeitraums im Falle eines Kinderwunsches herangezogen werden. Nachteil ist, dass nach einer Geburt die Methode nicht sofort wieder angewendet werden, da erst nach Ablauf einiger Zyklen die unfruchtbaren Tage neu berechnet werden können. Es gibt viele Gründe für außergewöhnliche Zyklusschwankungen: Stress, Ortsveränderungen, umweltbedingte Faktoren, Erkrankungen und weitere.

Geeignet ist diese Methode für Frauen mit regelmäßigen Zyklen. Wenn die Frau und auch der Partner sehr diszipliniert sind und in den fruchtbaren Tagen mit anderen Methoden verhüten.

Temperaturmethode

Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau. Durch die Bildung des Gelbkörperhormons, das nach dem Eisprung gebildet wird, steigt die Körpertemperatur leicht an.

Eine Frau ist unfruchtbar, wenn 6 Tage lang die Temperatur niedrig und dann 3 Tage die Temperatur um mindestens 0,2 Grad höher liegt (oder gleich bleibt). Ab diesem Zeitpunkt, bis zur Regelblutung ist die Frau unfruchtbar.

Ganz wichtig ist bei dieser Methode, dass täglich vor dem Aufstehen im Bett gemessen wird. Grundsätzlich sollte immer gleich sein, die Zeit, das Thermometer und die Stelle (After, Scheide, Mund), an der gemessen wird. Die Dauer der Messung ist unterschiedlich. Die Dauer der Messung richtet sich nach der Stelle und dem Thermometer. Bei modernen, digitalen Thermometer reichen meistens 3-5 Minuten. Bei der Messung im Mund und wenn ältere Thermometer benutzt werden, sollte 10 Minuten gemessen werden.

Das Gelbkörperhormon lässt die Körpertemperatur leicht ansteigen. Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau.

Die Temperaturmethode allein ist kein sehr sicheres Verhütungsverfahren, weil die Unsicherheitsfaktoren sehr groß sind. Außerdem erfordert die korrekte Durchführung, die die Voraussetzung dafür ist, dass man verlässliche Daten ermittelt, sehr viel Disziplin.

Vorteile sind keine Nebenwirkungen. Kann einerseits zur Empfängnisverhütung oder andererseits zur Ovulationskontrolle bei Kinderwunsch eingesetzt werden.

Der Nachteil: Extrem sorgfältige und regelmäßige Messung ist notwendig, die die Kontrolle und Zyklusbuchführung nicht ersetzt. An fruchtbaren Tagen sind andere Verhütungsmethoden erforderlich.

Kombination - Methode nach Roetzer

Der weibliche Rhythmus bestimmt das Geschlechtsleben. Voraussetzung für den Einsatz als Verhütungsmethode oder als Planung einer Schwangerschaft ist aber, dass eine stabile Beziehung zum Partner besteht. Er muss, besonders am Morgen, die regelmäßige Temperaturmessung zulassen und unterstützen. Auch die Vorgänge im weiblichen Körper sollten für beide Partner kein Geheimnis sein. Das Geschlechtsleben wird vom weiblichen Rhythmus bestimmt.

Die Sicherheit wird im Pearl-Index mit ca. 3 bewertet. Wenn beide Methoden richtig angewandt werden, dann ist die sympto-thermale Methode die sicherste Form der natürlichen Empfängnisverhütung.

Ein großer Vorteil dieser Kombinationsmethode ist es, dass auch ganz genau die fruchtbare Zeit festgestellt werden kann. So wird sie häufig auch für eine natürliche Familienplanung eingesetzt.

Nachteilig lässt sich sagen, dass äußerste Disziplin erforderlich ist. Sonst scheitert die Methode.

Bei dieser Methode muss jeden Tag der Schleim des Muttermundes oder des Scheidengangs auf seine Beschaffenheit hin untersucht werden. Dies ist sehr aufwändig. Die Beschaffenheit verändert sich während des Zyklus.

Sehr wichtig ist, dass der Schleim jeden Tag von der gleichen stelle genommen wird. Nur dann kann die Beschaffenheit der einzelnen tage miteinander verglichen werden. Dann wird nur noch eine Beschreibung in ein Kurvenblatt eingetragen. Sogar Abstufungen der Fruchtbarkeit sind möglich:

  • Unfruchtbar ist die Frau, wenn der Scheidengang trocken ist.
  • Leicht fruchtbar, wenn der Schleim zäh und klebrig ist und auch beim Ziehen die Form behält.
  • Fruchtbar, wenn die Schleimproduktion zu einem feuchten Scheidengang führt. Der Schleim ist weiß bis gelb.
  • Sehr fruchtbar, wenn der Schleim spinnbar ist und klare Fäden zieht.

Die Sicherheit wird im Pearl-Index mit 15 – 25 angegeben. Also sehr unsicher. Ein Nachteil ist es, dass eine Anleitung ist notwendig. Für die Durchführung dieser Methode braucht die Frau eine gewisse Erfahrung und Anleitung. Manchmal werden sogar Kurse angeboten. Allein ist die Schleimstrukturmethode keine sichere Verhütungsmethode.

Geeignet ist die Methode für Frauen, die ihren Körper kennen, natürlich verhüten wollen und bereit sind, ihren Lebensrhythmus dieser Methode anzupassen.