Familienbesuch


Wie zufällig schweifte der Blick des Mannes über die von Bäumen gesäumte Straße. Hinter hohen Hecken lösten sich die Umrisse der Häuser im Zwielicht der Dämmerung auf. Nur gelegentlich durchbrach Licht aus vereinzelten Fenstern die Schatten der Tannen in den Vorgärten. Fernsehapparate zeichneten geisterhafte Schatten auf die Straße. Die Gegend war so öde, das sich sogar die Straßenbeleuchtung davongemacht hatte. Mit seinem grauen Zweireiher war er für dieses Stadtviertel fast zu fein angezogen. Er betrachtete nachdenklich das zweistöckige Haus, das sein Ziel war. Dann blickte er zur gegenüberliegenden Straßenseite hinüber. Zwei schattige Bäume und die offenbar obligatorische Hecke verbargen den Blick auf die Umgebung. Wer hier wohnte, wollte sich offenbar nicht in die Suppe spucken lassen. Er holte tief Luft und verließ den Schatten des Zauns, der ihn bisher vor allzu neugierigen Blicken verborgen hatte. Mit wenigen energischen Schritten erreichte er die Haustür.
Auf sein Läuten hin hörte er eine angenehm klingende weibliche Stimme aus der Sprechanlage. »Ja bitte?« »Guten Abend. Es tut mir leid, Sie um diese Zeit noch zu stören. Gehört Ihnen zufällig der weiße Wagen vor diesem Haus?« erwiderte er. »Der weiße Opel? Ja. Ist etwas damit dem Wagen?« »Nun, wie soll ich sagen?«, er machte eine absichtliche Pause, »Beim Einparken bin ich leider mit Ihrem Wagen kollidiert.« »Oh mein Gott! Er ist noch ganz neu! Ich komme gleich raus!« »Kein Grund zur Aufregung«, beschwichtigte er die Unbekannte, »Es ist kaum etwas zu erkennen, außerdem habe ich sofort Bilder gemacht. Vielleicht möchten Sie sie erst sehen, bevor Sie den Wagen untersuchen.« »Gerne.« »Würden Sie mich dann bitte einlassen? Ich kann Ihnen dann auch gleich die Daten meiner Versicherung geben.« »In Ordnung. Treten Sie ein.« Die aufgeregte Stimme verstummte und der Summer ertönte.

Er öffnete die Abschlusstür und betrat einen hell getünchten Vorraum. Der Lichtschalter glimmte in der Dämmerung, die gleich darauf von gleißendem Neonlicht verdrängt wurde. Unmittelbar hinter der Tür befand sich eine Garderobe, an der einige Jacken hingen. Auf einer Ablage bemerkte er eine Handtasche und Schlüssel. Drei Stufen über ihm befand sich ein Absatz, von dem aus eine Treppe nach links in die nächste Etage führte. Eine weitere Treppe führte links von ihm in den Keller. Er stieg die Stufen hinauf und bemerkte, dass die nach oben führende Treppe von einem dicken Läufer bedeckt war. Gerade als er anklopfen wollte, öffnete sich eine Tür vor ihm. »Hier herein bitte.« sagte dieselbe weibliche Stimme. Er folgte der Aufforderung gerne. Mit einem raschen Blick überflog er die weiträumige Diele. Ein alt wirkender Schrank verbarg eine Ecke, über einem Schränkchen umrahmten mehrere Leuchten einen hohen Spiegel, der ganz von kobaltblauem Glas umgeben war. Abgesehen von der Treppenbeleuchtung und dem Licht, das aus der gegenüberliegenden Tür drang, bildete er die einzige Lichtquelle. Eine alte Nähmaschine und Korbstühle vervollständigten die Ausstattung. Schemenhaft erkannte er drei weitere Türen, die auf die Diele führten.

Der Unbekannte wandte sich der Frau zu, eben die Haustür schloss und reichte ihr die Hand. Sein Blick fiel auf eine jugendlich wirkende und schlanke Frau von höchstens vierzig Jahren. Ein in weichen Falten fallender beiger Rock sowie ein knapper roter Pullover betonten ihre schlanke Statur. Schulterlange rotblonde Locken umrahmten das schmale Gesicht, in dem braune Augen blitzten, die offenbar gerne lachten. Er sah ihr in die Augen, bis sie nervös zur Seite blinzelte. »Guten Abend. Mein Name ist Kaiser.«, stellte er sich vor, während er eine Visitenkarte aus der Jackentasche nestelte, »Günther Kaiser. Hier sind auch die Photographien.« »Andrea Schaum. Danke.« Nachdem sie den Händedruck erwidert hatte, nahm Andrea Photos und Karte entgegen. »Hier entlang bitte.« Sie deutete auf die geöffnete Tür und ging voraus. Im Laufen warf sie einen flüchtigen Blick auf die Karte und blätterte durch die Bilder. Ein weicher Teppichboden, den Günther bislang nicht bemerkt hatte, dämpfte ihre Schritte. Sie betraten ein geräumiges Wohnzimmer, an dessen Wänden sich Bücherregale entlang zogen, die durch Bilder und Schrankelemente aufgelockert wurden. Ein riesiges Sofa befand sich fast in der Mitte des Raumes. Zahlreiche in der Decke versteckte Lampen verbreiteten ein heimeliges, warmes Licht.

»Vielleicht sollte Ihr Mann oder eines Ihrer Kinder den Wagen begutachten, solange draußen überhaupt noch Licht ist. In der Zwischenzeit gebe ich Ihnen meine Versicherungsnummer und fülle mit Ihnen einen Unfallbericht aus.«, schlug er vor. »Das ist schlecht möglich.«, entgegnete sie, »Meine Tochter liegt bereits im Bett und mein Mann ist außer Haus.« »Ich vermute, Ihr Mann kommt in Kürze von der Arbeit?« fragte er, wobei er beiläufig auf seine Armbanduhr sah. »Kaum, er ist auf einer Tagung.«, antwortete sie geistesabwesend, während sie verschiedene Bilder miteinander verglich, »Ich muss zugeben, dass ich auf diesen Bildern nichts erkennen kann.« Ihre Antwort erstaunte ihn keineswegs. Auf den Bildern sah man nur weißen Lack. Zudem hatte er sich mit den Bewohner des Hauses und ihren Gewohnheiten hinreichend aber unauffällig vertraut gemacht und geduldig auf den Tag gewartet, an dem sich die Gelegenheit zu seinem Besuch bot.

Als Andrea aufblickte, starrte sie in die Mündung eines Revolvers. »Bleiben Sie ganz ruhig. Ich habe nicht die geringste Absicht, Sie zu verletzen.« Günther versuchte sie zu beruhigen, bevor sie irgendwelche Dummheiten machen konnte. »Betrachten Sie dieses Ding hier«, er winkte kurz mit der Waffe, »als eine Art Aufmerksamkeitserreger.« Günther machte ein kleine Pause und gab ihr die Gelegenheit durchzuatmen. Dass die Waffe nicht geladen war brauchte sie nicht zu wissen. Er hatte es allerdings mehrfach überprüft. Andrea starrte unverwandt und mit blankem Entsetzen auf den mattglänzenden Revolver. Sie wagte kaum zu atmen. Wie gelähmt stand sie da und hob langsam die Hände.

»Wo bewahren Sie Ihre Wertsachen auf?« Seine plötzlichen Worte rissen Andrea aus ihrer Lethargie. »Reden Sie schon!«, fuhr er sie an. »Wir haben im Haus keine Wertsachen«, antwortete sie vorsichtig. »Das können Sie mir doch nicht weismachen! Sie wohnen in einem solchen Haus, all die teuren Möbel«, er deutete durch den Raum, »die kostbaren Bücher - da werden Sie wohl auch einigen Schmuck besitzen. Also machen Sie mir nichts vor.« Seine Worte endeten in einem trockenen Lachen. »Aber es ist wahr.«, beharrte sie, »Alles Wertvolle befindet sich in einem Banktresor.« »Und was ist mit dem Haushaltsgeld?« »Wenn ich etwas brauche, hole ich es aus dem Automaten« »Scheiß Plastik!« entfuhr es Günther. Er betrachtete sie genau, bemerkte die Angst in ihren Augen, die ihn unsicher über den nach oben gerichteten Lauf der Waffe zu fixieren versuchten. »Ich fürchte ich muss Ihnen glauben. Wo haben Sie Ihre Karte?« »In meiner Handtasche, draußen, im Flur.« Er warf einen raschen Blick in Richtung der Diele, konnte aber keine Tasche erkennen. »Wo?« »Auf der Garderobe. Im Treppenhaus.« »Auch das noch!« Er nahm Andrea Visitenkarte und Bilder ab und steckte sie ein. »Heben sie die Hände höher« befahl er.

Günther wartete bis sie seinem Befehl nachgekommen war, dann erst ging er langsam um sie herum und trat schließlich an das Fenster. Er spähte vorsichtig durch die Scheiben. Zufrieden stellte er fest, dass die Hecke wirklich jeden Einblick von Außen verhinderte. Sicherheitshalber schloss er jedoch das Stoffrollo. »Also weder Schmuck noch Geld im Haus. Hmm. Was können Sie mir sonst noch bieten?«, fragte er. »Wirklich, ich habe rein gar nichts im Haus!« beteuerte Andrea. Ohne sie aus den Augen zu lassen ging er zum Sofa und ließ sich genau vor ihr in die Polster fallen. Sein forschender Blick wanderte über sie hinweg. »Sind Sie da ganz sicher?« Grinsend lehnte er sich zurück. Seine Arme lagen bequem auf der Rücklehne des Sofas. Die Waffe war dennoch auf Ihren Oberkörper gerichtet.

Andrea dachte angestrengt nach. Ein wenig Kleingeld war noch in ihrer Handtasche. Und die Sparbücher der Kinder, wo lagen die eigentlich? Würde er vielleicht den Strass annehmen, den sie in ihrer Schatulle verwahrte? Ein paar Mark musste der doch Wert sein. Und hübsch war er auch. Vielleicht würde er sich ja mit der Stereoanlage begnügen. Nicht neu, aber technische Spitzenqualität und zudem gut erhalten. Ihr taten die allmählich die Arme weh. Und wenn er doch nur nicht so grinsen würde. Dann würde er fast wieder nett aussehen. Allmählich verlor sich Andrea in ihrer Grübelei. Sie schüttelte den Kopf. »Es ist wirklich nichts im Haus!«, beteuerte sie erneut, »Nichts was Sie interessieren würde.« »Nun, ich weiß mit Sicherheit von zwei bedeutenden Wertgegenständen.« feixte er. Andrea dachte angestrengt nach. Was meinte er bloß. »Es ist nichts da.« wiederholte sie fest. »Und was ist mit Ihnen?«

Geduldig wartete Günther, bis ihr die Bedeutung seiner Worte bewusst wurde. Andrea wurde blass. Ängstlich riss sie die Augen auf. »Sie meinen doch nicht etwa ...,« fragte sie ungläubig, die erhobenen Arme abwehrend nach vorne gedreht, »Bitte töten Sie mich nicht!« Günther verdrehte die Augen zur Decke und schüttelte ungläubig den Kopf. Woran die Leute doch immer gleich dachten. Sie sah sicherlich zu viele billige Fernsehkrimis. Dabei schien ihm offensichtlich an was er dachte. »Sie sind kaum in der Position um Wünsche zu äußern.«, entgegnete er mit gespieltem Ernst, »Aber vielleicht ändere ich ja meine Meinung, wenn Sie mich richtig überzeugen.« »Ich werde alles tun, was Sie nur wollen. Alles! Nur töten Sie mich nicht. Bitte!« flehte sie ihn an. »Wirklich alles?«, er hob eine Augenbraue, »Sind Sie sich da auch ganz sicher?« »Bestimmt! Sagen Sie mir was Sie wollen. Wenn es irgendwie geht, werden Sie es bekommen.« Andreas Stimme überschlug sich vor Eifer, auch nur die geringste Chance wahrzunehmen.

»Also wenn Sie mich so sehr bitten...« Nachdenklich blickte Günther vor sich hin und spitzte die Lippen. Er schlug die Beine übereinander und wippte mit dem Fuß im Takt einer unhörbaren Melodie. Abrupt setzte er sich auf. Andrea erstarrte. Ihr Herz schlug bis zum Hals. »Wissen Sie schon was ich meine?«, grinste er. Andrea konnte nur den Kopf schütteln.

»Zieh den Pullover hoch!« Ungläubig starrte sie ihn an. Ihr Mund öffnete sich beim Versuch eines unhörbaren Protestes. Ein Wink mit der Waffe unterstrich seine Worte. Zögernd griff sie hinter sich, um den Stoff am Halsausschnitt zu packen. Erfreut stellte Günther fest, dass sich ihr Busen nun überdeutlich unter dem Stoff abzeichnete. Dennoch winkte er ab. »Doch nicht so! Nimm die Arme über Kreuz und zieh ihn langsam hoch, bis ich Dir etwas anderes sage.« Sie folgte seiner Anweisung. In einer sanften Welle aus Stoff rollte der Pullover über ihren Körper. Unwillkürlich erschauerte Andrea. Günther beobachtete sie aufmerksam. Ihm fiel auf, dass sie ihn zwar anstarrte, jedoch schnell zur Seite blickte, sobald sich ihre Blicke trafen. Außerdem schien ihr flacher Bauch auf regelmäßigen Sport hinzudeuten. Noch etwas, das ihm bei seiner Vorbereitung entgangen war. Kurz bevor ihr Busen entblößt wurde, hielt Andrea inne.

»Nur weiter so, ich habe noch nichts von Aufhören gesagt.« kommandierte er mit fester Stimme. Andrea schluckte krampfhaft. Sie zog den Pullover über ihren Busen und offenbarte ihm den seidigen Stoff, durch den ihre Brüste gestützt wurden. Erst als nur noch Hals und Schultern bedeckt waren, kam der ersehnte Befehl, anzuhalten. Die engen Maschen, die sie jetzt weit über dem Kopf hielt, verhinderten, dass Andrea etwas von ihrer Umgebung erkennen konnte. In der künstlichen Dämmerung meinte die direkt zu spüren, wie sein Blick ihren Körper abtastete. Sie wusste nicht, ob er aufgestanden war und sich nun vor ihr befand, oder immer noch auf dem Sofa saß. Der dichte Flor dämpfte jedes mögliche Schrittgeräusch. Ein sanfter Lufthauch umschmeichelte ihren Körper. Andrea erschauerte und fühlte, wie sich ihre Brustwarzen unter dem dünnen Büstenhalter aufrichteten. Bei jedem ihrer Atemzüge wurden sie gegen den dünnen Stoff gepresst, rieben sich daran und sandten ungewollte, warme Schauer durch ihren Körper.

»Wunderbar!« Andrea zuckte zusammen. Der dichte Flor hatte verborgen, dass er sich hinter sie gestellt hatte. Nur mit den Fingerkuppen strich er über ihr Rückgrat. Seine Finger schoben sich unter den Bund ihres Rocks, glitten zu ihrer Taille, von wo aus sie mit sanftem Druck nach oben streichelten, bis sie den BH erreichten. Die plötzliche Berührung seiner Finger sandte eine Gänsehaut über ihren Körper. Der Druck ihrer Nippel gegen den dünnen Stoff verstärkte sich. Sie spürte seinen Daumen unter dem Band ihres Büstenhalters. Kurz darauf legten sich seine warmen Hände auf ihre Haut und glitten nach vorne. Im Tal zwischen ihren Brüsten trafen sie aufeinander. Mit den Handflächen bedeckte er über dem Stoff ihren Busen, und massierte sachte ihre Brustwarzen. Der durch die Seide verstärkte sanfte Druck seiner Hände entfachte ein begehrliches Glühen in Andrea, über das sie ihre Furcht vergaß. Sie spürte ein Ziehen in ihrer Leiste und seufzte fast unhörbar auf.

»Bleib so stehen und beweg dich nicht. Vergiss nicht, dass ich dich im Auge behalte!« hörte sie nach einer kurzen Pause. Er musste nun wieder vor ihr stehen. Etwas kaltes und hartes presste sich plötzlich auf ihre Haut, glitt abwärts, über den Rock und presste sich gegen ihr Geschlecht. Andrea stöhnte leise auf. Zufrieden lächelnd wandte sich Günther ab.

Kurz darauf erklangen seine gedämpften Schritte aus der Diele. Andrea hörte, dass er zunächst ins Bad ging, wo er in einem Schrank herumkramte. Danach ging er in die Küche, Schubladen und Türen wurden geöffnet. Andrea wusste nun, dass sie unbeobachtet war. Dennoch wagte sie nicht, die Gelegenheit zur Flucht zu ergreifen. Sie ärgerte sich, und war gleichzeitig verwirrt, über die verräterischen Signale ihres Körpers. Beinahe sehnte sie sich nach diesen zärtlichen Händen.

Nur das spärliche Licht des Flurs drang in die Küche, als Günther eintrat. Er konnte kaum etwas erkennen. Mit einem schnellen Blick durch das Fenster vergewisserte er sich, dass er von außen nicht sichtbar war, erst dann schaltete er das Licht ein und sah sich um. Diese Küche war sicher nicht das Zentrum des Hauses. Die Spüle und die an einer Wand aufgereihten Schränke betonten eher die Funktionalität des Raumes. Aufgelockert wurde das schlichte Bild nur durch den runden Tisch und die Rattansessel, die ihn umstanden. Nachdem er die wenigen Schubladen durchstöbert hatte, hielt er ein dickes Knäuel einer Nylonschnur in der Hand.

Als er das Wohnzimmer wieder betrat, stand Andrea zu seiner Verwunderung immer noch so, wie er sie verlassen hatte. Eigentlich hatte er erwartet, dass sie fliehen würde. Doch mitten im Raum stehend, hielt sie immer noch den Pullover über den Kopf. Gemächlich schlenderte er zu ihr. Ganz offensichtlich hatten sich ihre Brustwarzen mittlerweile entspannt. Nur noch sanfte Erhebungen unter dem BH deuteten auf ihre Existenz hin. Ein schwaches Zittern ihrer Beine und ein Schweißtröpfchen, das aus ihrer Achselhöhle rann, waren die einzigen sichtbaren Zeichen ihrer körperlichen Anspannung. »Brav.« sagte er, als er wieder vor ihr stand, und tätschelte dabei ihre Hüfte. Beim Klang seiner Stimme zuckte Andrea zusammen. Günther schmunzelte. Während er ihre Taille streichelte erschauerte Andrea. Sie spürte, dass sich ihre Nippel erneut aufrichteten. Auch Günther konnte das nicht übersehen. Suchend blickte er über Wände und Decke, bis ein hervorstehender Haken seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Seine geübten Finger knüpften einen Gleitknoten, den er über den Haken warf. Mit einem festen Ruck zog er die Schlinge zusammen und prüfte die Tragfähigkeit. Zufrieden kehrte er zu ihr zurück.

»Komm mit.«, sagte er, »Hier entlang.« Er umfasste ihre Taille und dirigierte sie zum herabhängenden Seil. »Hände oben lassen.« ermahnte er sie, als ihre Arme herabzusinken begannen. »Ich kann nicht mehr.« hörte er ihr dumpfes Keuchen. »Keine Sorge, das wird sich gleich ändern.« Er ergriff das Seil und schlang es um ihre Handgelenke. »Halt den Pullover fest.« forderte er, als der Stoff langsam ihren Fingern entglitt. Andrea versuchte den Stoff fester zu packen, konnte aber nicht vermeiden, dass immer mehr des Materials aus ihren verkrampften Fingern rutschte. »Es geht nicht!« keuchte sie.

Rasch ergriff Günther den Pullover und zwängte ihn unter ihre Fessel. Nicht nur, dass der Stoff nicht mehr rutschen konnte, nun diente er zudem als Schutz vor einer zu intensiven Reibung zwischen Gelenk und Seil. Allerdings schloss er so auch die einzige Öffnung, durch die Frischluft zu ihr geströmt war. Günther sicherte die Handfesseln mit einem weiteren Knoten der außerhalb ihrer Reichweite lag. Kurz unter dem Ellenbogen führte er weitere Schlingen um Pullover und Arme und sicherte sie. Zufrieden betrachtete er sein Werk. Nach oben war ihre Kleidung nun fest verschlossen. Andrea erschlaffte und sackte nach vorne. Er bemerkte, dass zwar der Haken nicht nachgab, nun aber für seinen Geschmack zu schlaff in den Seilen hing.

Günther ging in den Flur und holte einen der Stühle, den er neben Andrea stellte. Vorsichtig prüfte er die Festigkeit des alt wirkenden Flechtwerks, bevor er den Stuhl erstieg, wobei er sorgfältig darauf achtete, nur den stabilen Rahmen zu betreten. »Stell dich gerade hin und strecke die Arme so hoch es geht!« Mühsam folgte sie seiner Anordnung. Unzufrieden mit ihrer Haltung zog er ihre Arme noch weiter nach oben und fixierte sie mit Hilfe des Seils. »Zieht es hier, oder hier?« Günther berührte kurz Andreas Achselhöhle und Schulter, die erschrocken zusammenzuckte. Ihre Verneinung war kaum hörbar. Er wiederholte seine Frage, wobei er jeweils ihre Hüften, Schenkel und Kniekehlen berührte und war erst zufrieden als sie jedes Mal verneint hatte. Erst dann löste er den Deckenknoten, zog das Seil straff und befestigte es erneut.

Nachdem er den Stuhl wieder weggebracht hatte überprüfte Günther ihre Fesseln und die Beweglichkeit ihrer Finger. Zufrieden ergriff er den Halssaum des Pullovers und legte ihren Mund und die Nase frei. Er zupfte so lange an dem Stoff herum, bis er sicher war, dass ihre Atmung nicht mehr behindert werden könnte. Erleichtert sog Andrea die frische Luft ein. Sie erschlaffte erneut, doch da sie nun vom Seil getragen wurde, konnte sie nicht mehr zusammensinken. »Danke.« sagte sie leise. »Bedanke dich nicht zu früh.« antwortete er. Günther streichelte wieder über ihre Seiten und bemerkte erneut, wie sie unter dem sanften Druck erschauerte. Er beugte sich vor und küsste ihren Mund. Andrea zuckte zurück, schlingerte jedoch nur in ihrer Fessel, so dass sie seitlich gegen ihn geworfen wurde. Seine Zunge schlängelte hervor und benetzte ihre fest zusammengepressten Lippen. Sie versuchte den Kopf zur Seite zu drehen, doch er verhinderte mit eiserner Hand jede Bewegung. Günther ergriff ihr Gesäß und zog sie an sich. Er rieb seinen ganzen Körper an ihr, während seine Zunge versuchte ihre Sperre zu durchbrechen. Andrea spürte sein erwachendes Geschlecht, das sich gegen ihre Schenkel presste. Das Ziehen in ihrer Leiste wurde stärker und unwillkürlich drängte sie ihm entgegen. Die Vorahnung der Erregung ließ sie leise Aufstöhnen. Diese geringe Lockerung ihrer Lippen nütze er zum Vorstoß in ihren Mund. Energisch versuchte Andrea den Eindringling zu vertreiben, wodurch ihre Zunge in einen heftigen Ringkampf verwickelt wurde. Sie musste stöhnen.

Abrupt trat er zurück. Nur durch das Seil gestützt schwangen ihre Hüften einen Moment lang hin und her, bevor sie sich abfangen konnte. »Sehr schön«, lächelte er, »ich denke es ist an der Zeit mich ein wenig im Haus umzusehen.« »Nicht jetzt, bitte!« bettelte sie und versuchte sich seiner Stimme entgegenzulehnen. Günther streichelte über ihre Oberschenkel und drang unter ihren Rock vor, hielt jedoch inne, bevor er ihre Scham berührte. Statt dessen fuhr er mit kräftigem Druck auf ihre Leiste am Beinausschnitt des Slips entlang. »Keine Sorge, ich bin bald wieder zurück.« Er zog Leukoplast aus der Tasche, eine Fundsache aus ihrem Bad, und riss einen breiten Streifen ab, mit dem er ihren Mund knebelte. »Nur um sicherzugehen, dass du keine Dummheiten machst.« beruhigte er sie. Einen Moment später erklang seine Stimme aus Richtung der Tür. »Und geh nicht weg.«

Sein leises Lachen wurde vom Geräusch seiner Schritte übertönt. Günther durchquerte die Diele und betrat das Treppenhaus. Die Nacht war hereingebrochen und er schaltete das Licht ein. Rasch durchwühlte er ihre Handtasche an der Garderobe. Zu seiner Überraschung fand er außer dem üblichen Gehalt an weiblichen Utensilien und der erhofften Scheckkarte auch einen schlanken Vibrator, um den eine rote Schleife gebunden war. Vergnügt ließ er Karte und Vibrator in seiner Tasche verschwinden und wandte sich nach oben.

Der dicke Läufer auf der Treppe verschluckte nahezu jedes Geräusch. Die Stufen führten ihn vor eine geschlossene Tür, die er leise öffnete. Im Schein des Treppenhauslichts erkannte er vier weitere Türen. Aus der Lage der Räume schloss er, dass hinter einer dieser Türen ein Bad liegen musste. Wo unten das Wohnzimmer lag erkannte er hier aber zwei Türen, die demnach in kleinere Räume führen mussten. Er prägte sich die Lage der Dielenmöbel und der Räume ein, dann erst betrat er die Diele und schloss vorsichtig die Tür.

Blinzelnd versuchte er den sicheren Weg wiederzufinden, den er vorbereitet hatte. Er tastete nach dem Türrahmen hinter sich, als ihm schwacher Lichtschein auffiel, der unter einem Spalt hervordrang. Schlagartig schien ihm die ganze Diele in dieses Dämmerlicht gehüllt zu sein, in dem er schemenhaft die Möbel erkennen konnte. Ein Teppichboden dämpfte seine Schritte während er auf die Lichtquelle zutappte. Durch das Schlüsselloch blickend erkannte er ein Zimmer, in dem sich die Kanten eines Sofas abzeichneten. Kleidungsstücke schienen darüber verstreut zu sein. Ein leerer Schreibtisch und eine Stereoanlage waren nur noch teilweise zu erkennen.

Er legte sein Ohr an die Türfüllung, konnte jedoch keinerlei Geräusche vernehmen. Prüfend legte er die Hand auf die Klinke und senkte sie langsam. Die offenbar gut geschmierte Tür öffnete sich lautlos. Durch den engen Spalt erkannte er ein Bett, das kurz vor der Tür endete. Den Kopf zu Seite neigend ging er in die Hocke und erweiterte den Türspalt. Ein menschlicher Körper zeichnete sich unter den Decken ab. Günther erhob sich. Das Gesicht auf dem Kopfkissen war das eines jungen Mädchens mit dunklen Haaren. Ihr Alter war unbestimmbar und mochte irgendwo zwischen sechzehn und vierundzwanzig Jahren liegen. Er entschied sich, sie für neunzehn zu halten. Obwohl ihre Augen fest geschlossen schienen, zuckte ihr Körper von Zeit zu Zeit. Sie lag auf der linken Seite und war bis zur Schulter zugedeckt. Mit der Faust presste sie eine Ecke des Kissens gegen den Mund. Behutsam öffnete Günther die Tür ganz. Er zweifelte daran, dass das Mädchen wirklich schlief, doch sie schien seine Anwesenheit nicht zu bemerken. Leise schob er sich durch die Öffnung und trat neben das Bett.

'Jetzt nur keine falsche Bewegung machen.' dachte er. Einen Moment lang verharrte er noch mit gepresstem Atem neben dem Bett, dann beugte er sich sachte vor und schloss seine Finger um die Bettdecke. Das Mädchen stöhnte leise und Günther erstarrte. Gespannt wartete er, ob das Mädchen die Augen öffnen, ihn sehen und schreien würde, doch außer einem Zucken bemerkte er keine Regung. Er bereitete sich darauf vor ihr den Mund zuzuhalten, falls es notwendig werden sollte. Mit einem kräftigen Ruck zog er die Decke von ihrem Körper. Entsetzt riss sie die Augen auf und starrte ihn fassungslos an. Das Kopfkissen blieb gegen ihren Mund gepresst. Ohne einen Laut versteifte sich ihre Haltung.

Günther sah ihre jugendlich schlanke Gestalt, die mit einem überlangen T-Shirt bekleidet war. Unter dem Stoff zeichneten sich feste Brüste ab, deren wirkliche Größe durch die losen Falten nur zu erahnen waren. Die Unterkante des Hemdes hatte sich über ihre Hüften verschoben und erlaubte ihm den Blick auf jenen Punkt, an dem sich die Beine um ihre Hand schlossen, die wiederum die Scham des Mädchens bedeckte. Günther genoss diesen Anblick bevor sie grinsend ansprach. »Sei ganz ruhig und dir wird nichts geschehen. Wenn du schreist... » Er ließ den Satz offen im Raum stehen und deutete durch einen Griff in die Tasche das Vorhandensein einer Waffe an. »Du hast mich verstanden?« Sie quittierte seine Frage mit einem Kopfnicken. Ängstlich blickte das Mädchen auf seine Jacke, aus der er die Hand leer herauszog. »Solange du dich ruhig verhältst, darfst du meine Fragen durchaus beantworten. Aber ein falscher Laut und...«, er klopfte auf seine Tasche, »Also tu genau was ich dir sage!« Sie nickte. »Auf deine Mutter brauchst du nicht zu hoffen«, fuhr er fort, »um die habe ich mich bereits gekümmert.« Er musste erneut grinsen als er ihren entsetzten Blick bemerkte. »Keine Sorge, ich habe sie nur ruhig gestellt.« Er zeigte ihr die Leukoplastdose. »Damit.«

Erleichtert entspannte sich das Mädchen. Ein fragender und besorgter Ausdruck trat in ihre Augen als sie bemerkte, dass er sie erneut musterte. Zaghaft versuchte sie die rechte Hand zurück zu ziehen, ohne sich dabei zu entblößen. »Habe ich gesagt, du darfst dich bewegen?«, warnte er sie. Mit dem Kinn deutete Günther in Richtung ihres Geschlechts. »Was machst du da eigentlich?« Errötend drückte das Mädchen das Kissen fester an sich. Sie versuchte gleichzeitig seinem Blick zu entkommen und stillzuhalten. »Los antworte!« herrschte er sie an. Sie holte tief Luft und setzte zu einer Antwort an. Doch dann schüttelte sie nur den Kopf und drehte ihn verlegen in das Kissen. »Ich kann nicht.« flüsterte sie nahezu unhörbar.